Cascade Maxikleid

Nachdem ich gerade erst für mich ein Maxikleid genäht hatte, war Madame auf den Geschmack gekommen und wollte auch ein Kleid »bis zum Boden«! Wie üblich war die Schnittmustersuche längerwierig aber schließlich hat es doch beim Cascade Maxi von Chalk and Notch richtig gefunkt.

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Eine Runde schwärmen die erste: So ein schöner Schnitt! Sehr geradlinig von der Schnittführung, nicht besonders aufwändig zu nähen, und trotzdem mit einer maximalen Wirkung durch kleine Details und die Weite des Vokuhilasaums.

Da mir der Schnitt in der deutschsprachigen Nähwelt noch nicht so oft untergekommen ist, ein paar Details dazu: Das Cascade MaxiDress ist in der deutschen Übersetzung bei Näh-Connection erhältlich. Die Besonderheit ist sicher die sehr große Weite des Rockes – das Kleid ist außerdem vorne etwas kürzer (was ich bei einem langen Kleid für Kinder wirklich durchdacht finde, weil es mehr Bewegungsfreiheit ermöglicht, ohne vorne dauernd aufs Kleid zu steigen) und hinten länger, was fast ein wenig wie eine Schleppe wirkt – damit lässt sich wirklich Prinzessin spielen! Vorder- und Rückteil bestehen jeweils aus zwei Teilen, die an der vorderen und hinteren Mitte zusammengenäht werden. Oben ist das Kleid sehr einfach gehalten: eine kleine Kellerfalte, schmale Träger, die hinten überkreuzt sind, und ein Gummiband im Rücken für ganz viel Tragekomfort und leichtes Anziehen.

Die Anleitung lässt keine Fragen offen, für eine schöne Verarbeitung innen gibt es die Option, französische Nähte zu machen, was ich auch umgesetzt habe. Das Versäubern mit Zickzack meiner Nähmaschine schaut im Endergebnis nämlich nie sehr sauber aus, die französischen Nähte machen kaum mehr Arbeit und sind es meiner Meinung nach wirklich wert. Der Halsausschnitt wird mit einem schmalen Beleg genäht, in den hinteren Beleg wird dann später direkt das Gummiband eingezogen.

Stoff und Größe: Vernäht habe ich einen roten Viskose-Stoff, der in seinem früheren Leben einmal ein Vorhang war, und aus dem ich mir letztes Jahr schon eine Bluse genäht hatte. Der Stoffbedarf ist bei einem langen Kleid auch in der Kindergröße 4 mit ca. 1,8 Metern durchaus beträchtlich. An den unteren Saumabschluss habe ich noch eine Spitze genäht, mich beim Abmessen um 2 cm vertan, was mir erst nach mehr als 3/4 des Saums aufgefallen ist, die Hälfte wieder aufgetrennt (mein Mann glaubt schon, das sei meine Lieblingsbeschäftigung), das Kleid an den Seiten um die fehlenden 2 cm enger genäht und die Spitze dann doch noch erfolgreich angenäht. Auch beim Gummizug hinten habe ich etwas »gepatzt«: Ich habe am Wochenende genäht und von der benötigten Gummibreite war nur mehr ein Reststück da. Weil das Kleid aber nun mal unbedingt auf der Stelle fertig werden musste, habe ich hinten quasi zwei Tunnel genäht und zwei sehr dünne Gummibänder eingezogen (ähnlich wie beim Smoken). Das Endergebnis sieht gut aus und trägt sich offenbar auch recht angenehm, nur beim Einziehen des Gummis ist mir die Sicherheitsnadel steckengeblieben, abgebrochen und ich habe wirklich geflucht, bis ich sie wieder aus dem Stoff herausbekommen hatte.

Eine Runde schwärmen die zweite: Die Viskose fällt einfach wunderbar, die Träger sitzen ohne zu rutschen, die Trägerlänge hat auf Anhieb perfekt gepasst. Trotz der Maxilänge ist das Kleid kindgerecht und man kann damit bis zu den Bäumen schaukeln. Madame ist begeistert, dass sie auch ein langes Kleid hat, ist herumgetanzt wie eine Prinzessin und auch ich bin wirklich hingerissen. Stoffbedarf, Auftrennen, was auch immer, hat sich alles gelohnt!

Vorne musste unbedingt noch ein »C« aufgenäht werden, und zwar mit neonorangener Nähseide. Was sein muss, muss sein. Und ja, das wurde wirklich als C verkauft, nicht als Regenbogen.

Fazit: Absolute Empfehlung, unbedingt noch mal nähen, sobald es zu klein geworden ist!


Stoff und Schnitt: Cascade Maxi Dress von Chalk and Notch in der deutschen Übersetzung von Nähconnection. Genäht habe ich Größe 4, zwei Zentimeter verlängert, fürs ca. 105 cm große Kind. Viskose-Stoff und Spitze sind aus dem Fundus meiner Mama und damit vermutlich ursprünglich von meiner Oma.

Verlinkt bei: Creadienstag, The Creative Lovers, Made for Girls und Create in Austria.

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