Selfmade-Jeans

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»Wie lange hast du für die Jeans gebraucht?“, fragte mein Mann. Und ich so: »Äh, lange …«. Wieso näht man sich dann selber eine Jeans, war wohl die eigentliche Frage. Eine neue Herausforderung einerseits. Nach den Wilden Möhren für meine Tochter erschien es mir nicht mehr ganz so verrückt, auch für mich eine »richtige« Hose zu versuchen.

Andererseits ist mir die nachhaltige Produktion von Stoffen beim Nähen wichtig, und gerade bei der Produktion von Jeans läuft in der Modeindustrie sehr viel schief, wenn man sich verschiedenste Berichte ansieht.

Genug missioniert, die erste Frage war natürlich: Welcher Schnitt? Kreamino stellt auf ihrem Blog einige Hosen-Schnitte vor. Ich wollte aber fürs erste eher eine Stretch-Jeans nähen, habe mir die Ash Jeans von Megan Nielsen Patterns und die Liana Jeans von Itch to Stitch näher angesehen und mich nach diesem Vergleich für Liana entschieden (Bund etwas niedriger geschnitten, Taschen-/Reißverschluss-Lösung).

Korrekterweise hätte ich wohl erst einmal ein Probeteil nähen müssen. Einen auch nur annähernd ähnlichen Stoff hatte ich allerdings nicht zur Verfügung und extra etwas dafür kaufen wollte ich auch nicht. Also habe ich versucht, meine Maße möglichst gut abzunehmen und überlegt, was mir an meinen gekauften Jeans nicht gut passt: die sind 1. alle zu lange, immer ein bisschen zu eng an den Oberschenkeln und dafür am Bauch zu weit (was meistens darin resultiert, dass die Jeans immer nach unten wandern und ich sie wieder hochziehen muss). Gewählt habe ich der Maßtabelle entsprechend Größe 6 und zum Bund hin enger werdend zur Größe 4.

Auf der Webseite von Itch to Stitch gibt es ein richtig gutes Sewalong zur Liana Jeans, das von der Stoffwahl über Tipps zum Absteppen bis zum Einschlagen der Nieten jeden einzelnen Schritt mit vielen Fotos in allen Details erklärt. Mit dieser Anleitung ist das Nähen zwar immer noch viel Aufwand, aber definitiv machbar. Die Hosenbeine habe ich erst einmal nur geheftet. Ich hatte zwar die Slimfit-Variante der Liana gewählt, mag es aber eigentlich trotzdem nicht ganz so eng. Im Schnittmuster ist relativ viel Nahtzugabe enthalten, wodurch sich individuell noch relativ leicht kleine Schnittanpassungen vornehmen lassen.

Änderungen für eine nächste Jeans: im Endeffekt ist der Bund ein kleines bisschen zu eng geworden – dort wird nämlich ein Band eingenäht, was eben verhindern soll, dass sich der Bund beim Tragen dehnt: funktioniert, ist mir aber eben eine Spur zu eng, also weniger Bauch oder doch etwas mehr Weite am Bund beim nächsten Mal, je nachdem … Außerdem wirft die Hose hinten ein paar Falten. Falls jemand Tipps hat, wie ich das löse, nur her damit! Die Nieten würde ich beim nächsten mal wohl schon anbringen, wenn der Bund noch nicht angenäht ist, dann kommt man leichter zu den Taschen.

Was ich wirklich mag ist die Art, wie der Reißverschluss eingenäht wird und die Taschenbeutel daran befestigt werden. Das sieht richtig ordentlich aus und ist nicht schwer zu nähen. Ich mag den leichten, dunkelblauen Jeansstoff, der einen leichten Glanz hat. Und wie unglaublich cool ist es eigentlich, ein richtiges Paar Jeans genäht zu haben!


Stoff: Stretch Denim (GOTS) mit 2 % Elasthan von C. Pauli, bestellt bei biostoffe.at
Schnitt: Liana Stretch Jeans von Itch to Stitch

Verlinkt bei  Du für dich am Donnerstag, sewlalaBiostoff , The Creative Lover und Women on Fire.

Schnitt und Stoff der Jeans sind selbst gekauft.

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