Lotta Skirt mit einer Prise neon

Es gibt wohl kaum einen Stoff, den ich so unglaublich cool finde wie diese Webware von Lotte Martens – und bei dem ich so lange ein Schnittmuster nach dem anderen verworfen habe. Dezentes rosa als Grundton mit einem neon-orangen Druck – pfeift! Wie sehr ich orange mag, hatte ich ja hier schon erwähnt …

Dieser Blogpost ist auf Deutsch und Englisch verfasst | This blogpost is written in German and English. Change the language in the menu on the right or click here for the English version.

Die Herausforderung: eine relativ dicke Qualität und die Positionierung des Druckes fast in der Mitte des Stoffstückes. Zunächst hatte ich die fixe Idee, daraus eine Bluse zu nähen. Also alle meine Schnittmuster gewälzt auf der Suche nach einem Blusenschnitt mit Passe – den orangen Druck wollte ich nämlich unbedingt unten direkt über dem Saum haben. Nichts schien so richtig zur Art des Stoffes zu passen. Meine letzte Hoffnung, die Bluse Suun, scheiterte schlussendlich wieder daran, dass der Druck immer noch über der Höhe des Bauchnabels gewesen wäre. (Die Bluse habe ich dann trotzdem genäht – aus einem anderen Stoff …)

Schön langsam dämmerte mir, wieso die meisten Designbeispiele Röcke gewesen waren, legte die Bluse ad acta, die schon vor meinem geistigen Auge geschwebt hatte, und freundete mich mit der Aussicht auf einen schönen Rock an. Es folgte – hätte jetzt wohl niemand vermutet – wieder eine längere Schnittmuster-Suche: bewährte Frau Lilia (nein, doch lieber was Neues ausprobieren), Brumby Skirt (geniale Taschen aber für meinen Geschmack zu hoch in der Taille) und schlussendlich: Lotta Skirt von Compagnie M (schon öfter bewundert bei Liivi & Liivi und tillit.).

Das Nähen war im Vergleich zur Vorgeschichte ein Klacks: die Anleitung gibt es bei Compagnie M. schönerweise auch auf deutsch, für einen hüftigen Sitz habe ich am Bund Größe 38 gewählt, für den Rochteil die 36. Die umgelegten Taschenklappen, die eindeutig das Besondere an diesem Schnitt sind, habe ich mit Neonfaden abgesteppt, dezente Knöpfe gewählt aber auch mit Neungarn angenäht. Die Positionierung des Drucks funktioniert bei diesem Schnittmuster super, weil das Rückteil in zwei Teilen zugeschnitten und dazwischen der Reißverschluss eingenäht wird. Mit meinem ersten nahtverdeckten Reißverschluss bin ich recht zufrieden. Die Anleitung zum Einnähen ließ keine Fragen offen und es hat auch ohne speziellen Nähfuß für nahtverdeckte Reißverschlüsse ganz gut geklappt. Man muss dann aber jedenfalls die Zähnchen richtig gut aufdrücken und aufpassen, dass man sich dann nicht über die Finger näht …

Den Bund habe ich oben etwas weniger hoch gemacht und den Rock etwas gekürzt. Vor lauter Angst, der Rock könnte zu weit oben in der Taille sitzen, hängt er jetzt optisch doch zu tief, wenn ich mir die Fotos so ansehe. Irgendwann werde ich wohl doch noch mal den Bund seitlich wieder auftrennen und enger nähen – oder hat da wer einen einfacheren Tipp für mich? Vielleicht wage ich mich mit dieser Erfahrung in Zukunft doch noch an den Brumby Skirt.

Mit der Anleitung des Rockes bin ich wirklich gut zurecht gekommen: alles nötige erklärt, Tipps zum schönen Raffen, und Saum nähen ohne Stecknadeln, und das alles ist in mehreren Sprachen verfügbar!

Passend zum Rock wollte ich mir noch »schnell« ein Shirt nähen. Im Gegensatz zum ersten Projekt waren hier Schnitt und Stoff schnell gefunden: Frau Hennie von Schnittreif, wartet schon seit drei Jahren auf den ersten Einsatz, und ein geringelter Interlock von C. Pauli fast genau so lange im Regal. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bei diesem einfachen Shirt um einiges mehr aufgetrennt als genäht habe. Bis die Einfassungen einigermaßen akzeptabel waren, musste der Nahttrenner mal wieder Überstunden machen. Gesäumt ist das Shirt leider immer noch nicht – sieht man unter dem Rock auch nicht und ich musste ganz dringend Fotos machen, bevor das schöne Getreidefeld abgeschnitten worden wäre.

Lotte Martens hat das Problem der Panel-Größe inzwischen offenbar erkannt und stellt inzwischen größere, für Erwachsene besser dimensionierte Panels her …

Verlinkt bei  Du für dich am Donnerstag, The Creative Lover und Create in Austria.


Stoffe und Schnitte: Lotta Skirt von Compagnie M. aus einer handbedruckten Polyester-Viskose-Mischung in der Farbgebung »Bromelia 08«; Frau Hennie von Studio Schnittreif aus einem geringelten GOTS-zertifizierten Bio-Interlock von C. Pauli in der Farbe »peach blush/weiß«

Stoffe und Schnittmuster sind selbst gekauft.

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

One thought on “Lotta Skirt mit einer Prise neon”