Black & Gold

Kennt ihr diesen Song von Sam Sparro? Wenn der Refrain »Black & Gold« nicht zu meinem neuen Blouson Agathe* von Freuleins passt, weiß ich auch nicht. Alternativ hätte dieser Beitrag vielleicht »50 shades of black« heißen müssen. Aber davon später.

Hier war es lange ruhig – mit Blick auf mein Beitragsarchiv war das im Jahr davor auch schon so; die Monate Jänner bis März sind bei mir einfach extrem arbeitsintensiv, und nachdem das hier nur mein Naehbenschauplatz ist, war hier Pause. Auch wenn ich das eine oder andere genäht und auf Instagram gezeigt habe, aber mehr Text war einfach nicht drin.

Dafür jetzt ein bisschen Glamour fürs Comeback. Ein wenig ratlos war ich, als ich das schwarz/goldene Stück Stoff aus einem Überraschungspaket von Lotte Martens zog – das musste wohl Scuba sein, hatte ich bis dahin noch nie in Händen gehabt. Mit der wagen Idee, daraus könnte einmal eine Laptop-Hülle werden, beiseitegelegt und zwischendurch vergessen. Bis ich über den Schnitt Agathe gestolpert bin, geistig meine vorhandenen Sweatstoffe gewälzt habe und … Halt! Könnte man den wohl aus Scuba nähen?

Wie man sieht, hat mich die Idee nicht mehr losgelassen, Schnitt gedruckt, geklebt, ausgeschnitten, und: festgestellt, dass das wie schon leise befürchtet etwas wenig Stoff für eine Jacke ist. Gepuzzelt, Alternativen überlegt, aber der Stoff war nicht mehr zu bestellen. Also nur Vorder- und Rückenteil aus dem Scuba geschnitten und für die Ärmel schwarzen Sweat bestellt und einen neuen Reißverschluss (der vorhandene in roségold passte nämlich grad so eben nicht zum Gold des Scubas).

Auf die Bestellung gewartet, einstweilen Vorder- und Rückteil bis auf den Reißverschluss genäht. Wenn man außer Acht lässt, dass sich bei mir Nähprojekte meist über Wochen ziehen, weil ich immer nur in kleinen Etappen weiterkomme, war die Jacke bis zu den Ärmeln relativ schnell genäht. Die Anleitung von Freuleins ist sehr stimmig und wer möchte, kann sich auch ein Anleitungsvideo ansehen. Genäht hatte ich bis dahin immer nur abends und bald auch den ersten Ärmel eingenäht. Beim ersten Mal probieren bei Tageslicht dann die Ernüchterung: die beiden Schwarztöne passten natürlich nicht zusammen, war klar, oder? Also bei nächster Gelegenheit ins Stoffgeschäft, und mit der Verkäuferin quer durch den gesamten Laden, um einen schwarzen Stoff zu finden, der annähernd den gleichen Farbton hatte – »50 shades of black« lässt grüßen.

Ärmel wieder rausgetrennt und schlussendlich die neuen Ärmel eingenäht, in doppelter Stofflage übrigens. Der neu gekaufte, farblich passende Sommersweat war doch ein Stück dünner als mein Scuba, was sich gedoppelt ganz gut ausgleichen ließ. Mit dem Ergebnis bin ich aber sowas von glücklich! Blouson aus Scuba? Kann man definitiv machen, finde ich!

Der Blouson passt zur Jeans oder geht auch mal schicker zu schwarzer Hose oder Kleid, aber fast am wichtigsten: Taschen, die hier in die schräg nach vorne gezogene Seitennaht eingearbeitet sind, was ich total gerne mag, weil sie so sehr angenehm zu benützen sind. Den Reißverschluss wollte ich eigentlich nur mit schwarzem Webband versäubern. Wieso auch immer ich mich beim Bestellen mit der Länge vertun konnte: gut, dass ich das rosa Band auch bestellt habe. Inzwischen finde ich die unterschiedlichen Bänder ein witziges Detail, zwei Label von Kylie and the Machine habe ich dem Blouson auch noch spendiert, und der gold-schwarze Scuba ist sowieso genial. Ein bisschen mehr Glamour im Alltag kann jedenfalls nie schaden – so ist ein richtiges Lieblingsteil entstanden, das die Blicke auf sich zieht.


Stoff: Scuba aus einem Überraschungspaket von Lotte Martens, selbst gekauft

*Schnitt: Blouson Agathe von Freuleins, genäht in Größe 34. Der Schnitt wurde mir für ein Designbeispiel zur Verfügung gestellt.

Änderungen: Für meine Größe und auf Basis der vorhandenen Stoffmenge gekürzt, den Kragen aus zwei Teilen zugeschnitten (außen Scuba, innen Sweat), damit er nicht ganz so dick wird, in den Ärmel vorne einen Gummi eingezogen, den ich analog zum Gummi im hinteren Saum des Blousons in der Mitte abgesteppt habe. Die Schulter etwas gekürzt und die Ärmel sowieso.

In der Zwischenzeit gibt es wohl einige Link-Parties nicht mehr und dafür schönerweise neue, also besuche ich heute HoT, Lieblingsstücke und Creativsalat.

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