Ein trachtiger Rosentanz

Höchstselten bewerbe ich mich zum Probenähen: Eigentlich nähe ich lieber ohne Deadline und mache sowohl mir selbst als auch meiner Tochter ungern Druck, unbedingt gute Fotos schaffen zu müssen. Aber wenn ich mich dann doch einmal auf einen Aufruf melde – weil es sich zeitlich gerade einigermaßen ausgeht – und tatsächlich mitnähen darf, bin ich „all in“ – möchte natürlich dem in mich gesetzten Vertrauen der Schnitterstellerin gerecht werden und habe dann auch an mich relativ hohe Ansprüche (womit wir zurück beim Grund wären, wieso ich mich von vornherein selten bewerbe …). Wieso also diesmal? Den Firlefanz-Blog lese ich schon eine ganze Weile und mag Kristinas Stil sehr gerne. Wie liebevoll ihr Freebook vom Puppen-Jumper gemacht ist, hat mich dann sehr begeistert. Auch die Beispiele vom  „Gänseblümchen“ haben mich – kann ich nur so sagen – entzückt. Und da ich für meine kleine Madame lieber Kleider mit (kurzen) Ärmeln nähe, auch im Sommer, musste ich mich logischerweise unbedingt fürs Probenähen des „Rosentanz“ bewerben. Die Ergebnisse finde ich wirklich wunderschön!

Die Stoffe meines ersten Rosentanzes sind Trachtenstoffe: den blauen Hauptstoff habe ich bei einem Stadtfest vor Ort gekauft, dort waren Stoffpakete zum Dirndl-Nähen zusammengestellt. Ich war doch etwas amüsiert, dass ich von einem „Straßenfest“ doch tatsächlich mit Stoff nach Hause komme. Der rosa Stoff stammt vom Heimatwerk Salzburg, die allerletzten Reste davon habe ich dann noch für meine Betty verwendet.

Gelernt: Der Rosentanz sollte wirklich nach gemessenem Brustumfang gemessen werden, ich hatte bei diesem ersten einfach drauflos nach Körpergröße eine 98 genäht und dementsprechend sitzt das Kleid hier etwas locker. Die nachfolgenden waren dann passender in Größe 92 und in der Länge angepasst.

Diese Version hier ist in Kleidlänge, mit komplettem Unterkleid und dem normalen Webware-Ärmel genäht. Wenn man sich rechtzeitig überlegt, dass man eine Spitze als „Kragen“ annähen will, erspart man es sich auch, die Schulternähte noch einmal aufzutrennen …

Die Fotos habe ich im Mirabellgarten in Salzburg gemacht, zwar eine ziemliche Touristenattraktion, aber nicht ohne Grund. Auch im Spätherbst ist es hier noch richtig schön. Wenn irgendwie möglich, versuche ich zum Fotografieren einen netten Ausflug oder Spaziergang zu machen – mit Jause versteht sich.

Meine kleine Madame mit schickem Kleid und Hut hat jedenfalls nicht nur mich entzückt, sondern auch diverse japanische Touristen …

Beim ersten Kleid habe ich die Knopfleiste hinten noch nicht ganz sauber hinbekommen, die kleine Schleife entschädigt dafür aber sehr. Der Schnitt bietet jede Menge Varianten, ist eigentlich für Webware konzipiert, kann aber auch aus Jersey oder Sweat genäht werden. Allen gleich ist, dass das Unterkleid oder zumindest ein Beleg vorne und das innere hintere Oberteil aus Webware genäht werden. Mit Bubikragen, Stehkragen oder ohne, kurze oder lange Ärmel, gerafft oder normal, mit Gummizug oder Manschette: die Varianten sind wirklich zahlreich und im E-Book sehr ausführlich erklärt. Etwas mehr Zeit muss man für das Nähen zwar einplanen, aber für diese schönen Ergebnisse lohnt sich das doch sehr, finde ich. Ich habe natürlich auch noch ein paar dieser Varianten genäht und freue mich schon sehr, nach und nach auch die anderen Kleider herzuzeigen.


Zusammenfassung Stoff und Schnitt:

Schnitt: Rosentanz von Firlefanz (Schnitt wurde mir im Rahmen des Probenähens zur Verfügung gestellt)
Stoffe: Trachtenstoffe (Webware) von lokalen Stoffhändlern, Schleifchen von namijda

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2 Gedanken zu “Ein trachtiger Rosentanz”